Ein nicht unerheblicher Teil des italienischen Staatsgebietes besteht aus Inseln. Insgesamt 458 Inseln machen rund ein Fünftel der gesamten Fläche Italiens aus. Außerdem gibt es zahlreiche Dörfer, die schwer zu erreichen sind. Händler, die nach Italien liefern, müssen die Besonderheiten solcher Lieferadressen berücksichtigen und darüber sorgfältig informieren.

Vorvertragliche Infopflichten

Zu den vorvertraglichen Infopflichten im Online-Handel gehören auch die Lieferzeitangaben. Händler müssen in der Lage sein, die Zeitspanne oder das genaue Datum der Abgabe beim Kunden einzuschätzen.

Bevor der Verbraucher durch einen Online-Vertrag gebunden ist, muss er dementsprechend über die Lieferzeiten informiert werden. Für Shops, die nach Italien ausgerichtet sind, bedeutet das, dass die Informationen vor der Abgabe der Bestellung durch die Betätigung des Bestellbuttons vorhanden sein müssen.

Außerdem sind Händler dazu verpflichtet, eventuelle Beschränkungen der Liefergebiete spätestens beim ersten Schritt des Bestellprozesses anzugeben.

Schwierige Lieferadressen berücksichtigen

Lieferungen auf italienische Inseln können komplizierter sein, als man denkt. Lieferanten brauchen in der Regel zwei bis drei Tage länger, um bestimmte entlegene Inseln zu erreichen und häufig werden Mehrkosten für den Transport verlangt.

Dies gilt auch für entlegene Gebiete, die sehr schwer zu erreichen sind.

Deutsche Händler müssen sich daher über die Auswirkungen dieser Umstände auf Zeit und Kosten der Lieferung im Klaren sein und diese auf den Infoseiten des Online-Shops berücksichtigen.

In erste Linie muss der Händler feststellen, ob der für ihn tätige Lieferant diese Besonderheit in seinem Angebot berücksichtigt. Wie lange braucht man tatsächlich, um eine bestimmte Insel oder ein entlegenes Gebiet zu erreichen? Werden zusätzliche Kosten berechnet? Welche Gebiete gelten als so weit abgelegen, dass zusätzliche Kosten anfallen?

Diese Fragen können nicht pauschal beantwortet werden, da heutzutage viele verschiedene Dienstleistungen im Bereich der Lieferung angeboten werden und je nach Angebot, Lieferant oder Ziel verschiedene Ergebnisse erzielt werden können.

Lieferzeiten und Preise

Händler müssen folglich auch entscheiden, wie sie die Lieferungen auf Inseln oder an entlegene Orte am besten organisieren. Die Lieferorganisation ist nämlich ein Schlüsselfaktor bei der Internationalisierung eines Online-Shops.

Hier listen wir einige Lösungen auf:

  1. Lieferzeiten und Preise werden pauschal für ganz Italien berechnet

Dies bedeutet aber, dass  längere Lieferzeiten im Shop angegeben werden müssen, um sicher zu gehen, dass die angegebenen Informationen auch für die Lieferung an entlegenen Inseln korrekt sind. Die Mehrkosten für die Lieferung auf Inseln oder in entlegene Gebiete werden dann eventuell zu Lasten des Händlers gehen, wenn der Pauschalbeitrag für die Lieferung nach Italien zu niedrig ist.

  1. Lieferzeiten und Preise werden in zwei oder mehrere Zonen aufgeteilt

Eingerichtet werden können z.B. eine Zone für die unproblematische Liefergebiete und eine Zone für Inseln und entlegene Gebiete, mit längeren Lieferzeiten und evtl. zusätzlichen Kosten. Normalerweise fallen unter diese zweite Zone Sardinien, Sizilien und Kalabrien.

  1. Automatisierte Erkennung problematischer Postleitzahlen

Durch die Anwendung einer automatischen Erkennung der Postleitzahl können sowohl Preise als Lieferzeiten automatisch angepasst werden.

  1. Ausschluss bestimmter Liefergebiete

Eine Liefergebietsbeschränkung ist nicht nur strategisch sinnvoll bei der Internationalisierung eines Online-Shops, sondern auch verpflichtend, wenn ein bestimmter Ort nicht beliefert wird. Händler sollten immer eine E-Mail Adresse oder eine Kundendienstnummer für Fragen über die Lieferung angeben und sich direkt mit Kunden in Verbindung setzen, die gerne eine Bestellung abschließen würden, aber außerhalb der belieferten Zonen wohnen.

Keine Wiedersprüche

Wichtig ist auch in Italien, dass die Lieferinformationen und eventuelle Lieferbeschränkungen rechtzeitig im Shop angegeben werden und dass die Informationen der Realität entsprechen. Händler müssen also beachten, dass an keiner Stelle des Online-Shops widersprüchliche Informationen diesbezüglich gegeben werden und dass die Lieferpreise konsequent im Bestellprozess angegeben werden. Wenn in den Lieferinformationen angekündigt wird, dass der Shop in ganz Italien liefert, muss diese Information auch stimmen. Händler haben keine Möglichkeit, zu einem späteren Zeitpunkt mit einer Auftragsmail die Bestellung abzusagen, da der Vertrag in Italien bereits beim Klicken auf den Bestellbutton zustande kommt.

Fazit

Händler müssen ihre Lieferstrategie an die geografischen Besonderheiten Italiens anpassen. Häufig nutzt die Bevölkerung aus entlegenen Dörfern in den Alpen oder entfernten Inseln die Möglichkeit der Internetbestellung, um mühsame Fahrstrecken bis zur nächsten größeren Stadt zu vermeiden. Amazon hat eine Liste von entlegenen Dörfern erstellt, die gerne den Online-Marktplatzt nutzen. An erster Stelle steht hier Marmora, ein Dorf mit nur 65 Einwohnern in Piemont. Diese Besonderheit der Lieferung nach Italien muss berücksichtigt werden, wenn der Händler die Internationalisierung seines Online-Shops plant.

Haben Sie Fragen zum Cross-Border-Handel? Setzen Sie sich mit uns in Verbindung, wir unterstützen Sie gerne im Cross-Border-Verkauf. (ec)