Lagerorganisation: Diese Grundlagen sollten Sie kennen

Shopbetreiber, die durch lange Lieferzeiten unangenehm auffallen, riskieren nicht nur einen Imageschaden, sondern machen sich u.U. durch die Nichteinhaltung von Lieferfristen rechtlich angreifbar. Dabei reichen wenige logistische Grundlagen aus, um sein Lager in Schwung zu bringen.

Hier sind die wichtigsten Grundlagen.

Der Organisationsgrad eines Versandlagers ist in erster Linie abhängig von Menge der eingelagerten Artikel. Der gewerbliche ebay-Händler mag noch mit ein paar Regalen in der heimischen Garage auskommen. Doch mit zunehmender Breite des Sortiments und der Zunahme der Sendungsmengen stößt der Shopbetreiber schnell an seine Grenzen.

Die Lagerbereiche

Für die viele Shopbetreiber dürfte eine einfache Dreiteilung des Lagers vollkommen ausreichend sein.

  • Wareneingang: Hier erfolgt bei Anlieferung die Vollständigkeits- und Qualitätskontrolle der Waren. Zugleich kann der Lieferant auch leere Euro-Paletten wieder mitnehmen. Auch kann der Wareneingang als temporäres Nachschublager genutzt werden, solange angelieferte Paletten noch nicht vereinzelt worden sind.
  • Kommissionierlager: In diesem Lager werden die einzelnen Warenstücke gelagert. In den meisten Fällen reichen einfache Fachboden- oder Durchlaufregale aus, aus denen der Kommissionierer (Picker) die bestellten Artikel entnimmt.
  • Versand: Hier wird die Ware verpackt, versandfertig gemacht und für den Auslieferer gesammelt. Schnelldreher – also Waren mit einem hohen Umschlag – können Sie für kurze Zeit auch einmal im Versand unterbringen. So können diese Waren direkt von der Palette kommissioniert werden. Das erspart Zeit und Laufwege. Bei großen Versandlagern werden die Schnelldreher in Vorkommissionierzonen dem Versandbereich vorgelagert.

Diese Teilbereiche müssen nicht in durch Wände räumlich von einander getrennt sein – beim Einsatz von Staplern oder Hubwagen ohnedies eher hinderlich. Es handelt sich vielmehr um Lagerbereiche, die vielleicht durch Bodenmarkierungen kenntlich gemacht sind, um zu vermeiden, dass Paletten aus dem Wareneingang “mal eben schnell” im Versand abgestellt werden.

Lagerplatzzuweisung

Ein Lager, in dem der Picker erst jeden Artikel suchen muss, ist wenig zielführend. Es entstehen vermeidbare Verzögerungen bis die Ware versandfertig ist, dadurch sinkt die maximale Logistikkapazität Ihres Shops und Umsätze bleiben unter Umständen auf Grund höherer Retourenquoten aus. Daher muss jeder Artikel einem Lagerplatz zugewiesen werden. Die Logistiker nennen das: “Mit einem Lagerplatz verheiraten.” Dazu gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. numerische Platzzuweisung: Hier werden die Artikel in der Reihenfolge ihrer Artikelnummern immer an einem festen Platz eingelagert. Dieses Verfahren eignet sich für die meisten kleinen und mittleren Online-Shops mit einer überschaubaren Sortimentsbreite und Sendungsvolumen.
  2. chaotische Platzzuweisung: Für Shops mit hohen Sendungsvolumina ist das numerische System allerdings nicht flexibel genug, um auf Veränderungen im Sortiment zu reagieren. Statt dessen werden neue Artikel maschinell dem nächsten freien Lagerplatz zugewiesen, der verfügbar ist. Dies setzt voraus, dass jeder Artikelnummer in einer Tabelle eine Lagerplatznummer zugeordnet worden ist.

Lagerplanung

Bei der Planung eines Lager sind neben betriebswirtschaftlichen Abwägungen auch die technischen Kapazitäten zu berücksichtigen. Folgende Basis-Faktoren sollten in der Lagerplanung berücksichtigt werden.

  • Anzahl der Artikel des Sortimentes
  • Größe der Artikel im Lagerbestand
  • durchschnittliche und maximale Lagermenge jedes Artikels abhängig von Dispostionsrhythmen und geplantem Abverkauf
  • Sendungsanzahl pro Tag im Durchschnitt und in der Spitze
  • durchschnittliche Anzahl der Artikel pro Sendung. Mehrpöstige Sendungen sind effizienter in der Kommission
  • Retourenquote