Online-Handel ist böse, weil er den stationäre Einzelhandel in seiner Existenz bedroht und die Paketdienste die Innenstädte mit ihren Fahrzeugen blockieren. Aus diesem Grund hat die Landesregierung in Düsseldorf und Kieler Grünen Maßnahmenpakete entwickelt, um den Internet-Handel unattraktiver zu machen.

Was wie ein April-Schwerz klingt, ist leider die bittere Realität. Geht es nach dem Willen der Landesregierungen von NRW und der Grünen in Schleswig-Holstein, soll die Zustellung von Online-Bestellungen an die Haustür künftig erschwert werden, indem Paketdienste aus den Innenstädten verbannt würden. In der Diskussion sind lokale Logistikcenter, in denen online bestellte Waren vorsortiert werden und der Kunde seine Waren selber abholen muss.

„Im Internet bestellte Schuhe kommen eben nicht durchs Netz nach Hause, sondern über unser reales Straßennetz“, sagt Michael Groschek (SPD), Verkehrsminister in Nordrhein-Westfalen. Seine Partei ist der Auffassung, dass es für den Onlinehandel zu billig sei, Pakete direkt zuzustellen, und denkt darüber nach, die „volkswirtschaftlichen Transportkosten auf die Verursacher umzulegen“, zitieren die Kieler Nachrichten.

Die beiden Branchenverbände Bundesverband Internationaler Express- und Kurierdienste (BIEK) und der Bundesverband des Deutschen Versandhandels (bvh) haben sich in einer Presseerklärung bereits gegen diese Pläne ausgesprochen.

„Eine schnelle und sichere Lieferung bis an die Haustür gehört für die meisten Haushalte heute zur Normalität. Der Versuch der Politik, Verbrauchergewohnheiten zu ändern, indem sie auf die bequeme häusliche Zustellung verzichten sollen, ist nicht mehr zeitgemäß“, betont Christoph Wenk-Fischer, Hauptgeschäftsführer des bvh, und verweist auf das rapide Wachstum des Online-Handels.