Die Universität St. Gallen hat für das vergangene Jahr untersucht, welche Wirtschaftsleistung der Schweizer E-Commerce erbracht hat. Das Ergebnis: Das Wachstum verlangsamt sich merklich. Der Branchenverband VSV äußert jedoch Zweifel an der Erhebungsmethode und…

verweist auf seine eigenen Zahlen.

Etwas mehr als 10 Milliarden Schweizer Franken wurden 2012 in der Schweiz mit dem Verkauf im Internet umgesetzt. Zu diesem Ergebnis kommt das Forschungszentrum für Handelsmanagement der Universität St. Gallen (HSG) in einer alle zwei Jahre durchgeführten Studie. Im Vergleich zum Jahr 2010 bedeute dies ein Wachstum von etwas mehr als 17 Prozent. Ein signifikanter Rückgang, den Dr. Oliver Emrich, Leiter Kompetenzzentrum E-Commerce, durch eine allgemeine Kaufzurückhaltung begründet:

„Von 2008 auf 2010 war der Online-Handel noch um 48 Prozent gewachsen. Eine starke Zunahme von Online-Käufern von 84,5 Prozent auf 88 Prozent der Internetnutzer kompensiert jedoch die vorläufige Kaufzurückhaltung. […] Ein Grund für die Abschwächung des Wachstums im Online-Handel ist der Einkaufstourismus: Online-Shopper kaufen gerne günstiger in Ladengeschäften im Ausland ein.“

Ein Argument, dem auch Patrick Kessler vom Verband des Schweizerischen Versandhandels (VSV) zustimmt. Allerdings sieht Kessler in der Erhebung der HSG zwei methodische Schwächen.

  1. Es seien Umsätze aus Dienstleistungen, die über das Web abgewickelt wurden, wie etwa Reisen, Tickets oder Gaming, in die Berechnung eingeflossen.
  2. Basis der Erhebung war die Befragung von 1’000 Verbrauchern in den größten Schweizer Städten.

Daher geht der VSV eher von einem geringerem Wachstum entsprechend den Vorjahren von 10 Prozent aus und verweist auf seine eigene Erhebung auf der Basis einer Befragung von über 100 Firmen aus dem Warenhandel im Netz. Eine Entwicklung zeichne sich allerdings schon jetzt ab, so Kessler:

„Viele internationale Anbieter haben aufgrund der EUR-CHF Entwicklungen die Preise in der Schweiz ziemlich stark nach unten korrigiert, das drückt automatisch auf den Umsatz. „