Ebay hat sich 100 Prozent der Unternehmensanteile der Shopsoftware Magento gesichert. Die Gründer Roy Rubin und Yoav Kutner werden jedoch weiter Aufgaben im Unternehmen wahrnehmen. Die Übernahme stößt bei Deutschen Branchenkennern auf Skepsis.

Was Ebay mit Magento plant, lesen Sie hier.

Dass sich Ebay nicht bloß mit einer Minderheitsbeteiligung an Magento zufrieden geben werde, war aus Branchenkreisen seit dem Frühjahr des öfteren zu vernehmen. Dennoch scheint der Zeitpunkt der vollständigen Übernahme überraschend gekommen zu sein. Erst im März 2010 hatte sich die Online-Plattform für 22,5 Millionen US-Dollar 49 Prozent an Magento gesichert. Ein Investment, um dass Magento lange ein Geheimnis gemacht hatte.

Jetzt hat Ebay die vollständige Übernahme der Unternehmensanteile von Magento publik gemacht und auch den künftigen Weg skizziert: Magento soll Bestandteil von X.Commerce werden, als Marke und Produkt aber offenbar erhalten bleiben. Details will Ebay erst im Oktober bekanntgeben.

Ebay-Chef John Donahoe hat allerdings per Video schon einige Vorab-Informationen aus dem Sack gelassen.

Skepsis aus der Branche

In in den USA aber auch in Deutschland reagiert die e-Commerce-Gemeinde mit Zurückhaltung auf die Übernahme. Jochen Krisch vom Blog Exciting Commerce kritisiert vor allem zwei Punkte:

  1. „In seiner aktuellen Verfassung ist Ebay einer der wackeligsten Partner/Eigentümer, den man sich wünschen kann. Ohne wirklichen Plan ändert Ebay seine Strategie quasi im Quartalstakt.“
  2. „Warum sich Magento ausgerechnet mit Ebay verbündet, wird ein ewiges Mysterium bleiben. Denn wie viel Sinn macht es für jemanden, der sich auf die Fahnen geschrieben hat, den e-Commerce verändern zu wollen, sich ausgerechnet mit einem bestehenden Player einzulassen, […] dessen Stern am Sinken ist?“

ola